Warum brauchen angehende LehrerInnen eine Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten?

Ich bereite gerade die erste Sitzung der „Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten“ für angehende Lehrpersonen im kommenden Semester vor. Und genau diese Frage werde ich zu Beginn den Studierenden stellen. Diese sehen nämlich häufig den Sinn dieser Veranstaltung nicht. Dabei gibt es gute Gründe dafür, dass angehende LehrerInnen lernen, was Wissenschaft ist und wie Wissenschaft funktioniert. Ein relativ praktischer Grund ist, dass man wichtige Fähigkeiten und Fertigkeiten erwirbt, die man für die Abschlussarbeit (z.B. Bachelorarbeit) braucht.

Doch es gibt auch sehr gute Inhaltliche Gründe. Drei dieser Gründe werde ich im Folgenden auflisten und dabei jeweils mit beispielhaften Beiträgen illustrieren, die ich aus einer Diskussion um eben dieses Thema via Twitter und Instagram erhalten habe.

  • Lehrerinnen oder Lehrer vermitteln wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden. Daher sollten sie selbst wissen, wie Wissenschaft zu ihren Erkenntnissen gelangt und wie Wissenschaft funktioniert.

Dazu würde aber eigentlich reichen, einfach ÜBER Wissenschaft zu lernen. Wozu sollten sie dann selbst Wissenschaft betreiben können?

  • Lehrerinnen und Lehrer können sich selbst wissenschaftlicher Methoden bedienen und diese nutzen.

Dies reicht von „auf Indizien achten“, wann Unterricht „funktioniert“ (oder nicht), über das Durchführen von Wirksamkeitsstudien im eigenen Unterricht, um diesen weiterzuentwickeln, bis hin zum „Teacher Researcher“.

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von @petersidro via Twitter (Ganzer Verlauf: hier)

Hier werden Lehrende zu fachdidaktischen Forschenden. Aber auch die Entwicklung von Diagnoseinstrumenten (z.B. Tests und Klausuren) kann von wissenschaftlichem Denken und entsprechenden Kenntnissen und Methoden profitieren.

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von @martina_kapitza via Instagram (Ganzer Verlauf: hier)

Und nicht zuletzt

  • Lehrende können und sollen sich an aktuellen Forschungserkenntnissen aus ihren Bezugsdisziplinen der allgemeinen Didaktik oder den Fachdidaktiken bedienen.

Ein sehr erfolgreiches Beispiel ist hier etwa die Hattie-Studie, die relativ guten Eingang in die Unterrichtspraxis gehalten hat. Dazu sollten Lehrende aber verstehen, wie solche Erkenntnisse erlangt werden und diese kritisch reflektieren und einschätzen können. Und wie kann man das besser beurteilen, als wenn man selbst einmal wissenschaftlich gearbeitet hat?

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von @reatsearcher via Instagram (Ganzer Verlauf: hier)

Darüber hinaus ist wissenschaftliches Denken auch immer kritisches Denken. Und wer möchte Lerngelegenheiten diesbezüglich ausschlagen?

Ich bin gespannt, welche Argumente meine Studierenden so finden werden. Und fast noch gespannter bin ich, ob du weitere Gründe für das wissenschaftliche Arbeiten im Lehramtsstudium hast (gerne in den Kommentaren oder per PN).

Übrigens, eine ganz tolle Seite, die Erkenntnisse aus Unterrichts-Forschung super zusammenfasst und die ich dir nicht vorenthalten will: Hier.

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